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XMG Walker, PC-System

2.999,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. August 2017 9:21
Integrierte Kamera
Room-Scale
Headtracking

XMG Walker: Kabellos durch die virtuelle Realität spazieren

Als eines der ersten Unternehmen brachte Schenker Technologies einen Rucksack-PC für VR heraus. Wir bekamen die Gelegenheit, den XMG Walker direkt im Unternehmen zu testen. Wie unser Eindruck vom Gerät ist, weshalb Oculus Rift aktuell nicht auf Rucksack-PCs setzen kann und warum kabellose Übertragungstechniken noch keine Konkurrenz sind, erfahrt ihr jetzt.

Mit der Immersion steht und fällt die virtuelle Realität. Doch selbst hochwertige VR-Headsets wie Oculus Rift und HTC Vive kämpfen mit einem Problem: dem Kabel. Gerade bei bewegungsintensiven Spielen mit der Vive, stolpert es sich hervorragend über die Nabelschnur am Hinterkopf. Mobile Lösungen sind deshalb gefragt. So lange die notwendige Technik für überzeugende VR-Erlebnisse nicht in der Brille untergebracht werden kann, ist ein Rucksack-PC die perfekte Lösung. Weshalb die kabellose Übertragung noch keine Alternative ist, verraten wir euch weiter unten.

Gaming-PC auf dem Rücken

Bewegungsfreiheit XMG Walker 4Die Leipziger Firma Schenker Technologies hat sich auf Notebooks und PCs für den High-End-Bereich spezialisiert. Früh erkannte sie das Potenzial von Virtual Reality, aber sah auch die Probleme wie etwa die Kabelanbindung. In Asien lernten sie einen Entwickler kennen, der bereits die Basisversion eines Rucksack-PCs im Petto hatte. In enger Zusammenarbeit entstand daraus der XMG-Walker, sozusagen ein Gaming-PC für den Rücken. An ihn wird ein VR-Headset angeschlossen und schon geht das kabelfreie Spielvergnügen los.

Lighthouse unverzichtbar

Der XMG Walker ist ausschließlich in Zusammenhang mit einem Trackingsystem sinnvoll. Kabellose Freiheit bringt nur etwas, wenn Du Dich frei bewegen kannst. Hier ist Lighthouse von Valve die ideale Wahl. Objekte und Bewegungen können dank der externen Sensoren in Millisekunden ermittelt und an die VR-Brille übertragen werden. Natürlich funktioniert er auch in large-scale tracking areas wie beispielsweise beim Illusion Walk in Berlin. Fast alle Nutzer verwenden den XMG Walker zusammen mit der HTC Vive.

Oculus Rift bleibt außen vor

Mit der aktuellen Oculus Rift ist die kabellose Freiheit leider nicht möglich. Das liegt an der Technik mit der die Rift ihre Position im Raum ermittelt. Lighthouse funktioniert nämlich ohne Kabel. Die Sensoren der Rift geben ihr Signal hingegen per Kabel an die Brille zurück. Das heißt, selbst wenn die Oculus Rift am Rucksack-PC angeschlossen ist, so braucht sie für ihr Tracking immer noch eine Kabelanbindung.

Doch genug dem Vorgeplänkel, wenden wir uns dem XMG Walker zu.

Die innere Werte

Bewegungsfreiheit XMG Walker 1Im XMG Walker ist die Technik eines High-End-Gaming-PCs untergebracht. Er besitzt als Herzstück einen Intel Core i7-6700HQ mit  2,6 GHz – 3,5 GHz und vier Kernen. Für prachtvolle VR-Grafik sorgt die NVIDIA GeForce GTX 1070 mit 8 GB GDDR5 Grafikspeicher. Schenker fand mit ihr einen guten Kompromiss zwischen Grafikperformance, Leistungsaufnahme und kompakter Bauart des Rucksack-PC. Der Arbeitsspeicher unterstützt DDR4 und kann bis auf 32 GB aufgerüstet werden. Aufrüstbar sind auch die Festplatten. Hier können zwei SSDs zum Einsatz kommen. An Schnittstellen hat der Walker alles, was sich der VR-Fan wünscht. Zwei USB-A 2.0- sowie drei USB-A 3.0-Anschlüsse gehören genauso dazu, wie eine USB-C 3.1-Schnittstelle, HDMI, Displayport, Kopfhöreraus- und Mikrofoneingang. Ethernet, WLAN und Bluetooth 4.2 sind ebenfalls an Bord. Insgesamt misst er 315 x 410 x 57 mm und bringt ein Gewicht von 3,8 Kilogramm auf die Waage.

Strom aus dem Akku-Paar oder im Desktopbetrieb via Netzteil

Die Stromversorgung im Rucksack-Modus übernimmt ein Lithium-Ion Akku-Pack mit einer Leistung von 99,36 Wh. Sie halten im normalen Spielbetrieb gut anderthalb Stunden durch. Bei noch nicht optimierten Entwicklerversionen oder extrem anspruchsvoller Grafik reduziert sie sich auf eine Stunde.

Interessantes Detail am Rande: Schenker wollte für längeren Spielspaß stärke Akkus verbauen. Ab 100 Wh fallen sie allerdings in die Gefahrgutklasse 9. Dafür sieht der Gesetzgeber strenge Regeln für Transport und Nutzung vor, die bei einem Rucksack-PC praktisch nicht eingehalten werden können.

Dank Hot Swapping können die Akkus getauscht werden, ohne das Spiel zu unterbrechen.

BU: Das grün leuchtende LED-Logo sieht nicht nur schick aus. Wenn es blinkt, geht der Akku des Walkers zur Neige. In VR-Arcaden und anderen Anwendungen weiß dann der Betreiber, dass es Zeit für einen Akkuwechsel ist. (Foto: Schenker Technologies)

Wer den Walker auch als Desktop-PC verwenden will, kann das gerne tun. Ein separat erhältliches Netzteil macht aus ihm einen vollwertigen Spiele-PC.

Wir müssen uns trauen

Bewegungsfreiheit XMG Walker 3Endlich haben wir den XMG-Walker aufgeschnallt, die Vive über die Augen gezogen und die Kopfhörer aufgesetzt. Es kann losgehen. Als erstes gibt es den Shooter „Space Pirate Trainer“. Wir stehen in einem Raumschiffhangar und müssen uns gegen fiese Killerdrohnen verteidigen. Anfangs trauen wir uns gar nicht, uns wirklich mit vollen Körpereinsatz zu bewegen. Als ob wir immer noch glauben, ein Kabel würde uns daran hindern. Doch nach einer kurzen Phase ist das vorbei und wir können uns richtig ins Zeug legen. Besonders fies wird es immer dann, wenn die Drohnen schießen und sich alles in Zeitlupe bewegt. Jetzt heißt es nämlich schnell feststellen, woher der Schuss kommt, um ihm noch rechtzeitig auszuweichen.

Nach einer Viertelstunde sind wir wirklich ins Schwitzen gekommen. Was aber nur an der bewegungsintensiven Steuerung liegt. Sicherlich gibt auch der Walker Wärme ab, davon bekommen wir aber nichts mit. Sie wird nämlich geschickt aus den Seiten und der Front geleitet. Dafür hat er drei leise Lüfte (Grafik, CPU, Gehäuse) verbaut. Außerdem stellen wir erfreut fest, dass wir den Rucksack-PC völlig vergessen haben. Trotz seiner fast vier Kilogramm drückt er nie unangenehm auf Rücken oder Schulter. Und jeder weiß, wie schwer schon ein Zwei-Kilo-Notebook im Rucksack werden kann. Ergonomisch ist das Gerät wirklich sehr gut ausbalanciert.

Monster in Brookhaven

„The Brookhaven Experiment“ ist ein Horror Shooter, den wir als nächstes testen. Wir stehen auf einer nächtlichen Wiese zwischen den Ruinen des Rathausplatzes. Die Grillen zirpen, ein Feuer knistert. Es könnte ganz idyllisch sein und trotzdem spüren wir, wie sich das Grauen nähert. Wir leuchten mit der Taschenlampe in alle Richtungen. Nichts zu sehen? Wo sind sie? Da, von hinten kommt ein schlürfendes Geräusch. Wir drehen ums um und sehen im Lampenschein das erste Monster. Langsam nähert es sich. Jetzt heißt es genau zielen und schießen, denn die Munition ist begrenzt. Allerdings stellte die Wahl unserer Schusswaffe sich als schlecht heraus. Die Schnellfeuerpistole ballert nämlich die Kugeln nur so raus. Wir treffen zwar einige Mutanten, aber nicht präzise genug und schon sind die Patronen alle. Glücklicherweise können wir die Taschenlampe gegen ein Messer tauschen. Jetzt müssen wir warten, bis die Kreaturen nah genug heran sind, um sie dann Auge in Auge zu bekämpfen. Das löst den ein oder andere kräftigen Adrenalinschub aus. Immersion von ihrer besten Seite unterstützt durch das kabellose Spielvergnügen.

Waschbar und Kabelwulst

Bewegungsfreiheit XMG Walker 2Auch unser zweiter Ausflug in die virtuelle Realität brachte uns gehörig ins Schwitzen. Da stellt sich die Frage nach der Hygiene, gerade wenn der XMG Walker von vielen Personen genutzt wird. Die ist schnell beantwortet. Alle textilen Teile lassen sich abnehmen und einfach in der Maschine waschen. Ein nicht zu unterschätzendes Feature, denn der PC-Rucksack wird vor allem in Bereichen mit viel Publikumsverkehr verwendet. Das sind natürlich VR-Arcaden aber auch Architekturbüros. Hier werden die Auftraggeber durch virtuelle Häuser geführt. Kabellose Freiheit ist dabei fast unerlässlich, um die Kunden möglichst realistisch ins neue Heim zu bringen. Daneben nutzen sehr viele Studios den XMG Walker, um ihre Titel zu entwickeln und zu testen.

Etwas unschön ist die Befestigung des langen Kabels der HTC Vive. Es muss ja irgendwie am Gerät untergebracht werden und bildet dann eine Wulst an der Unterseite. Allerdings soll hier demnächst Abhilfe geschafft werden. HTC will nämlich ein kürzeres Kabel für Rucksack-PCs zur Verfügung stellen. Wer seinen  Walker auch gleichzeitig an einen Monitor anschließen will, der sollte einen Wireless-HDMI Sender anschließen. Außerdem ist es ratsam, einen kleinen Empfänger für Funkmaus und Tastatur am Gerät zu haben. So könnt ihr schnell Einstellungen vornehmen, ohne viel um stöpseln zu müssen.

Sind Wireless-Lösungen das Aus für den Rucksack-PC?

Verschiedene Hersteller arbeiten an kabellosen Lösungen für VR-Brillen, Beispiele dafür sind das Wireless-Kit Rivvr oder das TPCast. Damit wäre der XMG Walker also überflüssig. Jedoch klingt die Theorie besser, als die Praxis ist.

Um unkomprimierte Daten in 4K-Auflösung zu übertragen, muss im 60 GHz-Bereich gefunkt werden. In diesem Frequenzband werden die Wellen vom Sauerstoff in der Luft absorbiert. Das bedeutet eine beschränkte Reichweite. Je nach System liegt sie bei bis zu sechs Metern. In großen Tracking-Gebieten wie bei „The Void“ ist Funk demnach keine Lösung. Wollt ihr mit Freund oder Freundin ins Duell ziehen, wird es bei Wireless-Lösung ebenfalls schwierig, da sich die Signale überlagern. Sicherlich gibt es auch den ein oder anderen, der gesundheitliche Bedenken hat, sich einer 60 GHz-Funkwelle auszusetzen. Von Kinderkrankheiten der Wireless-Lösungen wie mehr Latenz, Übertragungsfehler usw. ganz zu schweigen. Funkübertragung wird sich deshalb vorerst auf den privaten Bereich beschränken.

In großen Spielgebieten oder bei mehreren Spielern, wird der Rucksack-PC weiterhin von Bedeutung sein. Sicherlich so lange bis die notwendige Technik für VR in der Brille direkt untergebracht werden kann.

Unser Fazit zum XMG Walker

Die Powermaschine sitzt gut auf dem Rücken und erhöht den Immersionsgrad deutlich. Es macht wirklich Spaß, sich ohne Gedanken an das Kabel in Virtual Reality zu bewegen. Der Preis des Gerätes ist mit 3000 Euro für die Basisausstattung (16 GB RAM, 256 GB SSD) natürlich nicht ohne. Allerdings lässt er sich auch als Desktop-PC verwenden, ist also mehr als nur „Spielzeug“.

Wer Virtual Reality in völliger Freiheit auf großen Arealen erleben will, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf den XMG Walker werfen.

Keine Erfahrungsberichte vorhanden


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